Stürze gehören zu den häufigsten Unfallursachen bei älteren Menschen – doch die meisten lassen sich vermeiden. Mit einfachen Anpassungen in deinem Zuhause und den passenden Hilfsmitteln kannst du deine Selbstständigkeit bewahren und dich sicher durch den Alltag bewegen.
Bis zu ein Drittel aller zu Hause lebenden Däninnen und Dänen über 65 Jahren kommt mindestens einmal im Jahr zu Fall. Für viele bedeutet ein Sturz nicht nur körperliche Verletzungen wie Brüche, sondern auch ein Gefühl der Unsicherheit, das die Lust an freier Bewegung im Alltag mindern kann. Zum Glück müssen Stürze nicht zwangsläufig zum Älterwerden dazugehören. Die allermeisten Sturzunfälle passieren in und ums eigene Zuhause. Mit einigen einfachen Anpassungen und den richtigen Hilfsmitteln kannst du das Risiko deutlich senken.
Warum stürzen wir öfter im Alter?
Wenn wir älter werden, verändert sich der Körper auf natürliche Weise – das kann unser Gleichgewicht und unsere Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Die Muskelmasse nimmt ab, das Sehvermögen kann nachlassen und viele haben mit Schwindel zu kämpfen. Dazu kommt, dass manche Medikamente – vor allem Schlafmittel und Blutdrucksenker – Nebenwirkungen haben können, die das Gefühl von Standfestigkeit beeinflussen.
Das Sturzrisiko ist zudem doppelt so hoch, wenn du mit einer Demenzerkrankung lebst, denn kognitive Einschränkungen erschweren das Abschätzen von Entfernungen und das Erinnern an die Nutzung deiner Hilfsmittel.
Stürze führen bei älteren Menschen häufig zu Knochenbrüchen. Besonders wenn du unter Osteoporose leidest oder bereits Knochenbrüche an Armen, Hüfte oder Rücken hattest, ist es umso wichtiger, frühzeitig vorzubeugen und dein Zuhause anzupassen.
Denk daran: Sturzprävention bedeutet nicht, sich selbst einzuschränken, sondern vielmehr, dein Zuhause so sicher zu gestalten, dass du aktiv und unabhängig bleiben kannst.
Gehe dein Zuhause Raum für Raum durch
Die meisten Stürze passieren in vertrauten Räumen, in denen wir uns automatisch bewegen. Wenn du dein Zuhause einmal gründlich durchgehst, lassen sich viele unbemerkte Stolperfallen entdecken.
1. Entferne Stolperfallen auf dem Boden
Lose Teppiche, herumliegende Kabel und Türschwellen zählen zu den häufigsten Gründen für Stürze zu Hause. Räume kleine Teppiche weg oder lege eine feste, rutschfeste Unterlage darunter. Kabel sollten an den Fußleisten entlang fixiert werden, damit sie nicht frei im Raum liegen. Wenn du einen Rollator benutzt oder dazu neigst, die Füße etwas zu schleifen, ist eine Türschwellenrampe eine einfache und wirksame Lösung, um Übergänge zu ebnen und bequem von Raum zu Raum zu gelangen.
2. Sorge für Sicherheit im Bad
Gerade im Badezimmer ist die Sturzgefahr besonders hoch – vor allem wegen glatter, nasser Böden. Hier zählt vor allem Rutschhemmung und Stabilität. Eine rutschfeste Badematte in der Dusche ist unverzichtbar. Zusätzlich helfen stabile Haltegriffe neben der Toilette oder in der Dusche, sicher ein- und auszusteigen. Fühlst du dich im Stand unsicher, verschafft dir ein Badesitz oder eine Badebank die Möglichkeit, entspannt im Sitzen zu duschen. Das spart Kraft und reduziert die Ausrutschgefahr.
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3. Bringe Haltegriffe an den richtigen Stellen an
Eine der wirksamsten Maßnahmen zur Sturzprophylaxe sind Haltegriffe, angebracht genau dort, wo du Halt benötigst. Im Bad kannst du damit am besten starten: Ein Griff neben der Toilette erleichtert Aufstehen und Hinsetzen, und ein Griff in der Dusche bietet beim Waschen zusätzliche Sicherheit. Es gibt Haltegriffe zum Festschrauben für höchste Stabilität, aber auch Modelle mit kräftigen Saugnäpfen, die sich flexibel und ganz ohne Bohren platzieren lassen.
Auch an anderen Stellen im Haus machen Haltegriffe einen echten Unterschied: Entlang von Treppen, am Bett und im Flur sorgen sie für zusätzliches Sicherheitsgefühl. Empfehlenswert sind Modelle aus Edelstahl – langlebig, pflegeleicht und dauerhaft schön.
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4. Trage das richtige Schuhwerk im Haus
Barfuß oder mit glatten Socken auf Holz- oder Fliesenboden zu laufen, ist ein unnötiges Risiko. Ein gutes Paar fester Hausschuhe mit rutschfester Sohle gibt Halt und schützt zuverlässig vor Ausrutschen. Bevorzugst du es, Socken zu tragen, sind rutschfeste Socken mit Gummiprofil unter der Sohle eine hervorragende Alternative.
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Bleib aktiv und halte deinen Körper fit
Neben der sicheren Wohnumgebung ist Bewegung der beste Schutz vor Stürzen. Regelmäßiges Training stärkt deine Muskeln und verbessert dein Gleichgewicht – so reduzierst du gezielt dein Sturzrisiko. Du musst dafür keinen Sport machen: Schon kurze tägliche Spaziergänge oder sanfte Übungen zu Hause helfen spürbar.
Schon 30 Minuten moderate Bewegung pro Tag – aufgeteilt auf kurze Spaziergänge oder kleine Übungen – stärken deine Muskulatur und verbessern dein Gleichgewicht. Es ist nie zu spät, damit zu beginnen.
Erleichtere dir den Alltag mit Hilfsmitteln
Viele Stürze passieren, wenn wir etwas von einer hohen Ablage holen oder uns tief bücken. Mit einfachen Hilfsmitteln kannst du solche Risiken im Alltag erheblich verringern.
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Sprich mit deinem Hausarzt oder dem Hilfsmittelzentrum deiner Gemeinde, wenn du dir Sorgen um dein Gleichgewicht machst. Möglicherweise hast du Anspruch auf kostenlose Hilfsmittel über die Kommune und viele Gemeinden bieten außerdem kostenlose Sturzpräventionskurse an.
Wenn du dein Zuhause sicher gestaltest, die passenden Hilfsmittel nutzt und dich regelmäßig bewegst, schaffst du beste Voraussetzungen für ein aktives und sicheres Leben in deinem eigenen Zuhause.